Glutenfreie Ernährung

bei Zöliakie und Dermatitis herpetiformis Duhring (Morbus Duhring)

Eine Umstellung der Ernährung ist für die meisten Menschen eine Herausforderung, was auch bei Zöliakie und Dermatitis herpetiformis Duhring gilt. Ein guter Umgang mit der glutenfreien Diät verlangt viel Wissen.

Monitoring der glutenfreien Ernährung bei Zöliakie

Die aktualisierte S2k-Leitlinie Zöliakie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) vom Dezember 2021 empfiehlt nach Diagnose und Einleitung einer glutenfreien Ernährung die Durchführung regelmäßiger Kontrolluntersuchungen.

Diese sollten zunächst innerhalb von sechs Monaten nach der Diagnose erfolgen, anschließend in jährlichem Abstand. Jährlich bzw. bei sehr stabilem Verlauf im Erwachsenenalter alle zwei Jahre. [Empfehlung, starker Konsens]

Die Kontrolluntersuchungen sollen folgende Parameter umfassen: den klinischen Verlauf (inkl. BMI und bei Kindern Gewicht, Länge und Pubertätsstadien), die Adhärenz zur glutenfreien Ernährung, die Serologie (tTG-IgA) und eventuelle Komplikationen.

Eine Kontrollendoskopie kann u. a. zur Abklärung einer möglichen Zweiterkrankung durchgeführt werden.

Glutenmenge laut Interreg in einer Scheibe Brot 2300mg und in einem Teller Nudeln 6400mg

Wann soll Ernährungsberatung verordnet werden?

Eine Umstellung der Ernährung ist für die meisten Menschen eine Herausforderung, was auch bei Zöliakie und Dermatitis herpetiformis Duhring gilt. Neben dem Wissen über die notwendige glutenfreie Diät ist der praktische Umgang im Alltag und den damit verbundenen Unsicherheiten sowie Stolpersteinen ebenso wichtig.

  • bei Diagnosestellung, um die Fragen und Themen rund um die glutenfreie Ernährung zu klären (drei bis sechs Beratungstermine)
  • jährlich, bzw. bei sehr stabilem Verlauf im Erwachsenenalter alle 2 Jahre zur Überprüfung der Adhärenz / Compliance der glutenfreien Ernährung
  • Wenn bei der jährlichen Kontrolle positive Antikörper oder Beschwerden vorliegen
  • bei Kindern vor Einritt in Kindergarten / Schule und vor der Pubertät (Wachstumsschub)
  • bei Jugendlichen (auch ohne Eltern)
  • vor geplanter Schwangerschaft oder in der Schwangerschaft
  • bei zusätzlichen Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus, Übergewicht, Intoleranzen, Verstopfung
  • Bei Schwierigkeiten mit der Umsetzung im Alltag
  • bei Unklarheiten, Fragen, Problemen und Herausforderungen im Alltag

Mit professioneller Beratung und Begleitung entwickle ich zusammen mit den Betroffenen eine individuelle, langfristige Lösung, die alle Aspekte, einschliesslich etwaiger zusätzlicher medizinischer Themen, umfasst.

Anmeldung zur Ernährungsberatung

Bei Zöliakie wird meine Beratung mit einer  ärztlichen Verordnung mit der Indikation „Krankheiten des Verdauungssystems“ von der Grundversicherung übernommen.

Umstellung
der Ernährung
ist eine
Herausforderung